Fest der 1000 Tempel

Svarosch konnte sich kaum satt sehen an den bunt geschmückten Tempeln und Schreinen, den Buden und Ständen, zwischen denen sich Menschen in den verschiedensten Kostümen tummelten. Er sog gierig die köstlichen Gerüche ein, die von den Garküchen und Fressbuden ausgingen, sich mit dem Weihrauch der Schreine vermischten und ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen. Dort gab es leckere ranabarische Süßigkeiten, dort herzhaftes Gebäck und weiter hinten brieten verschiedene Fleischsorten über offenem Feuer.

Er tauchte ins Gewühl und ließ sich treiben, vorbei am Kumeratempel, der die Besucher mit Schaukämpfen anlockte; zwischen zwei Propheten hindurch, die sich in ihren Lobpreisungen von Enthaltsamkeit und ekstatischem Liebesspiel zu übertönen versuchten. Svarosch wich einer wehklagenden Büßerprozession aus, die mit Asche um sich warf und Nesselkissen verteilte, widerstand der Flüsterstimme, die ihn in jenen düsterkalten Eingang dort drüben zu locken suchte und hätte beinahe einen Gaukler angerempelt. Ganz ungefährlich war das Fest nicht, es gab immer ein paar Vermisste

hinterher und bei vielen Predigern wusste man nicht, ob sie erleuchtet oder geisteskrank waren. Aber diesen Preis zahlte man gern für die Tage des Trubels und der Verzückung. 

Jetzt aber schnell weiter, vorbei am Totenhain und zwischen den Verkaufsständen für Zaubertränke und Amuletten hindurch zum Tempel der Yoni. Svarosch wollte versuchen einen Blick auf die hübschen Priesterinnen zu erhaschen, deren Riten eigentlich nur dem erwachsenen Publikum zugänglich waren. Hoffentlich verwechselte er nicht wieder den Eingang und landete im Schrein der faulenden Morchel. Es gab Bilder und Gerüche, die konnte man nicht so schnell wieder vergessen…

Siehe auch die Seite zu Markt / Marsch

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